Tag 15 - gute Ausgangslage!

06:30 Abfahrt!

LIVE-EINSTIEG:




Heute um 6:30 Ortszeit war Abfahrt.
Mein heutiger Weg führt mich wieder Richtung Osten, in die Gegend von Little Rock, Arkansas. Kurz nach Oklahoma City habe ich diese "Line" engeholt. In Elk City hatte es beim Wegfahren 12°C, jetzt schon 30°C - hier vor der Front und bei Bewölkung "nur" 23°C.


Aber die Luft ist sehr schwül und drückend, kaum zu glauben, dass diese "unscheinbare" Linie an Regen so bösartig werden kann...


Zu erahnen am Sounding von Little Rock um 12Z UTC (hier 07:00 Uhr) - Potential ist da!




Mal sehen, was der Tag noch bringt!

Lg,
Andreas

Starker Wind vorm nächsten Sturm

28.04.2010 - es bläst...

Planmäßig ist der starke Wind heute am frühen Morgen hier eingetroffen!








Morgen geht es wahrscheinlich Richtung Wichita in Kansas....


Dort sollten gute Möglichkeiten für Severe Storms bestehen.

Dennoch ist es ein großes Gebiet, das auslösen könnte, deshalb ist die Entscheidung schwierig.

Und einmal in die falsche Richtung aufgebrochen, kann so ein Tracking (auch nach 6 Stunden Fahrzeit) schnell wieder beendet sein!


Der Tornado Index liegt laut Weather Channel für morgen in Central Kansas bei 30%, in West-Minnesota sogar bei 40%.


Nur das ist auf jeden Fall zu weit im Norden für mich, da ich am Freitag wahrscheinlich wieder an der Grenze Oklahoma/ Arkansas sein sollte.

Ob die Entscheidung richtig war, werdet Ihr morgen von mir erfahren!

Auf jeden Fall wird mich auf meiner Fahrt sehr starker Wind begleiten, so viel ist schon mal sicher...


Das starke Tiefdrucksystem hat auch sehr negative Folgen für den Ölteppich vor der Küste Louisianas, bis zum Panhandle Florida.

Ein Hoch, das derzeit über Zentral-USA liegt schickt den Ölteppich durch seine im Uhrzeigersinn drehenden Winde immer weiter Richtung Küste - und gleichzeitig durch das Tief weiter nach Osten verlagert.


Somit wird zum Wochenende hin die Rückseite des Hochs an der Küste aktiv.

Die Winde kommen dann vom Meer und drücken den Ölteppich an die Strände von Louisiana, Florida und vielleicht auch Texas.


Dies wird dann Anfang bis Mitte der nächsten Woche dort zu sehen bzw. wahrscheinlich auch zu riechen sein!

Schon jetzt nehmen die Strandbesucher einen sehr eigenartigen Geruch wahr.

Es riecht angeblich nach Farbe an frisch gestrichenen Wänden...


Leider scheint sich da eine Umweltkatastrophe anzubahnen, da es bis jetzt nicht gelungen ist, den Ölaustritt zu stoppen. Jetzt beginnen sie gerade damit, den Ölteppich abzufackeln.

Wohl das geringere Übel...


Liebe Grüße,

Andreas

Yazoo – Tornado: Aftermath...

...oder „the day after“.

Es schaut aus wie nach einem Angriff – Häuser zerstört, teilweise nur mehr die Bodenplatte übrig.

Bäume genickt, Verkehrszeichen waagrecht zum Boden geknickt, obwohl mit massiven I-Trägern verankert.

12 Tote, davon 3 Kleinkinder und ein 4 Monate altes Baby, sehr traurig – „Mobile Homes“ sind eben gegen einen EF3-Tornado chancenlos...


Wetterlage kurz vor dem Tornado:


Bereits in der Nacht ging ein Cluster mit Gewitter und Regen über dem betroffenen Gebiet nieder. Dieser kam aus Louisiana und war das „Überbleibsel“ der Unwetter, die dort Tags zuvor gewütet haben.

Die Reste der Unwetter wurden im „hinteren Bereich“ jedoch automatisch zu „Keimzellen“ des späteren EF3 (oder EF4)-Tornados von Yazoo City.

Die Soundings von 18Z UTC ließen nichts Gutes für das Gebiet erahnen, das „zwang“ das NWS auch zu einem „high risk“ in dem betreffendem Gebiet.

Für 18Z gibt es praktisch nirgends Soundings, diese wären wohl sehr interessant gewesen.


Jackson, MS

Yazzo City liegt rd. 100km nördlich davon, Sounding von 12Z UTC.

Slidell, MS

Liegt knapp hinter der Golfküste – von dort kam die Energie, ist auch sehr gut zu sehen (Sounding 12Z UTC)

Shelby County, AL

Das ist in der Zugrichtung der Superzelle gewesen, die Tornados produzierte. Sounding um 00Z ist vorteilhaft gewesen, da die Front um ca. 01:30 UTC eintraf.


CAPE:

GFS/NAM-Modelle berechneten bis zu 2.500 J/kg an CAPE für 18Z (unterstrichen durch die Soundings von Jackson und Slidell), die Windscherung war einfach nur der nackte Wahnsinn.

Vielleicht etwas „vorteilhaft“ was das Fehlen eines Deckels, das eine weitere „Überhitzung“ der Luft verhindert hat und den Tornado schon früh entstehen ließ.



Wind:

Wind in Bodennähe stark aus Süd, verbunden mit den eindrucksvollen thetaE-Werten ergibt das ein sehr deutliches Bild (GFS/NAM):

Hier sieht man recht gut, wie die feuchtwarme Golf-Luft aus dem Süden richtiggehend zwischen dem Tief im Westen und dem Hoch im Osten „kanalisiert“ wird. Wie ein Trichter – komprimiert und verstärkt!

850er-Wind:

Westwind in mittleren Schichten stark, aber bereits langsam drehend auf SSW:

Jet:

und dann in höheren Schichten 500hPa mit 80 kn und 300hPa mit weit über 100 kn (= >250km/h) streng aus Südwest.


Daraus resultiert eine extrem gefährliche Wetterlage – energiereich und mit hoher Scherung = prädestinierte Tornadolage...


Der Tornado selbst:


In wie weit der „Tornado“ nun wirklich diese Größe im Durchmesser erreicht hat, ist fraglich.

Durch die großflächige Rotation am Boden und die „rain wrapped“-Geschichte kann man das eigentlich nicht so richtig eruieren. Außerdem zog das Ding um die 100 bis 120 km/h Zuggeschwindigkeit – alleine das kann für manche schon ein „tornadoähnlicher“ Wind sein.

Wie auch immer – der Tornado hatte eine lange Geschichte.

Entstanden ist der Tornado noch in Louisiana, zog dann mehrere Stunden über 350km quer durch MS und ging dann kurz nach dem Überqueren der Grenze zu Alabama ein.

Die Keimzellen aus Louisiana schön zu sehen:


Den Tornado selbst hatten nur wenige vor der Linse... und so manche Radarechos hatten es wirklich in sich:


In der boundary dieser SZ entwickelte sich dann noch eine weitere tornadische Zelle, die ebenfalls knappe 150km zurücklegte.

In weiterer Folge lebte diese Superzelle weiter und produzierte einen Tornado nach dem anderen.


Einfach der Wahnsinn, was an dem Tag dort passiert ist.

Alleine die Einträge in die Datenbank lassen die Langlebigkeit und Heftigkeit wissen:


Nachbetrachtung des Tornados:

So „pervers“ wie es klingt:

...dass der Tornado schon am Vormittag aktiv wurde, war wahrscheinlich das größte Glück der Einwohner des Bundesstaates Mississippi.


Solche Schäden gab es in Yazoo City flächendeckend:


Brutal war die enorme Zuggeschwindigkeit von 100 bis 100km/h, die durch die bereits in mittlerer Höhe herrschenden starken Winde bedingt war.

Die ebenfalls sehr starken Höhenwinde (Jet) war dann nur mehr „Draufgabe“.


Überlegt man die 100km/h Zuggeschwindigkeit und die durch das Doppler-Radar induzierten +/- 65mph Winde, kann man auf jeden Fall von einem starken EF3 ausgehen.

Zusammengerechnet ist es dann sicher über die 250 km/h an Windgeschwindigkeit, ein EF4 scheint also durchaus möglich.

Irre war halt der Durchmesser des Tornados, mit 1,6km bis 2,5km – und vielleicht auch dadurch die weiträumigen Schäden.


www – was wäre wenn...


Wäre es nicht so gewesen... ich bin mir fast sicher, wir hätten einen fürchterlichen EF5 erlebt, der den Bundesstaat Mississippi durchpflügt hätte.

Da wäre wohl nicht mehr viel stehen geblieben, an erinnere sich an den Greensburg-Tornado am 04. Mai 2007.

...und da gab es solche Schäden:


Nachbetrachtung der Chasingmöglichkeit:

Mein „persönlicher“ Tipp für den 24. April war Jackson in Mississippi.

Leider (oder Gott sei Dank) sind die Zellen und DER Tornado schon am späten Vormittag und zu Mittag losgebrochen, somit war ein Erreichen des Zielgebietes am 24. April selbst nicht möglich.

Mit „Pech“ wäre man dann auch noch genau zu dem Zeitpunkt auf der Interstate 55 gewesen, als der EF3-Rüssel die I55 kreuzte...

Andererseits wäre man mit einer Anfahrt in das Gebiet am Vortag, verbunden mit einer frühen Abfahrt an dem Tag rechtzeitig auf die Südseite gekommen.

Gut – was wäre wenn haben wir schon oft gehabt, das Ding war aber schlichtweg saugefährlich.

Nur selten aus dem Regenvorhang raus, mit einer argen Zuggeschwindigkeit.

Andreas hat Glück und Pech gehabt – je nach Sichtweise.

Und eines ist klar:

Im Nachhinein ist man immer gscheiter.

Klar – es wären wohl die Bilder und Videos seines Chaser-Lebens gewesen, aber wie viel Risiko muss man dafür eingehen, ist die Frage.


Ich hoffe, die „Nachbetrachtung“ hat euch gefallen und war informativ genug.

Lg Matthias


Quelle der Graphiken, Bilder und Video-Capture:

http://www.twisterdata.com/

http://weather.cod.edu/forecast/

http://www.spc.noaa.gov/climo/reports/100424_rpts.html

http://www.youtube.com

http://radar.weather.gov/Conus/southmissvly.php

http://radar.weather.gov/radar.php?rid=dgx&product=N0R&overlay=11101111&loop=no

http://radar.weather.gov/radar.php?rid=gwx&product=N0R&overlay=11101111&loop=no

Back in Elk City, OK...

Wieder zurück ins Herz der Tornado Alley.
Ich bin in Elk City, einem der bekannten Hot Spots für Tornados in Oklahoma.

Ich werde hier einmal Station machen, bis klar ist, wo das nächste Sturmsystem wirklich "landet". Derzeit ist es etwas unklar, wo - aber DAS eines kommt, das steht fest.

Eintreffen sollte es am Donnerstag auf Freitag, mal sehen, was die Forecasts sagen.



Bis bald,
Andreas

„The day after“...

Der Tag danach...

Ein Tag nach dem Tornado Outbreak bin ich immer noch betroffen, dass auch im jungen Tornado-Jahr 2010 so viele Menschen durch eine Naturkatastrophe wie diese ihr Leben verlieren mussten.


Darunter waren auch drei Kinder...
Einige US Flaggen wehen hier heute auf Halbmast.


Ich habe gestern noch sehr viel über diese Situation nachgedacht.
Die Warnungen vom NWS waren gerade gestern ausgezeichnet!


Nur leider nehmen immer weniger Menschen diese Warnungen ernst, weil es teilweise auch „Über-Warnungen“ gibt – und wenn’s dann wirklich gefährlich wird – na ja, nimmts niemand mehr todernst.

Das macht sich auch dadurch bemerkbar, dass es scheinbar ein neuer Sport einiger Chaser hier geworden ist, einen Tornado zu punchen (durchfahren).


Auch gestern war dies wieder der Fall und diese mehren sich dramatisch. Das Leben riskieren für 10 Sekunden TV-Ruhm? Zumindest bedenklich.


Der Yazoo Tornado war jedenfalls, wie sehr viele Tornados gestern, ein „rain rapped tornado“ – also vom Regen verhüllt.Dieser eine „Long Track Tornado“ ist übrigens für die meisten schweren Schäden in Mississippi und Alabama verantwortlich.
In Mississippi wurden alleine 200 Häuser komplett zerstört, viele erheblich beschädigt.


Es handelte sich in den meisten Fällen um die ein und selbe Superzelle, die mehr als 10 tödliche Tornados produzierte.
Der Yazoo Tornado wurde nun schlussendlich auf einen sehr starken EF3 eingestuft.

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Mein Weg führte mich heute zurück in den mittleren Westen nach Elk City.


Hier werde ich wahrscheinlich die nächsten Tage verbringen, da die Wetter Entwicklung der kommenden Woche noch sehr unsicher ist.


Manche Läufe zeigen eine Severe Weather - Verlauf, andere wieder nicht!
So bleibt abzuwarten, wie es für mich hier weiter gehen wird!

In diesem Sinne, bis morgen

Andreas

Tag 10 - Chasing unmöglich!

Trotz High Risk - no way!

Hallo!
...so ist nun mal das Chaser-Leben!

Nicht nur mir ging es heute wie 80% aller Profi-Chaser der USA - einfach nicht vor Ort bei einem High-Risk - Event.Alle - inklusive mir - waren zu weit nördlich oder westlich, um die Tornados erwischen zu können.

Es ist gerade einmal 15:23 - aber es geht sich beim besten Willen, Anstrengung und bei Gott nicht aus, irgendeine der Zellen zu chasen... ich bin 2 Stunden hinterher gefahren, ohne den Abstand zu den Zellen zu verringern - und das bei 130 km/h Fahrtgeschwindigkeit!

Es hat per dato einen gröberen, long-track-Tornado gegeben, der eine Stadt erwischt hat, Yazoo City, es dürfte sich um einen EF3 oder vielleicht sogar EF4 gehandelt haben.Dieser Tornado lebt IMMER noch und zieht Richtung ONO weiter - und erreicht in diesen Minuten den Bundesstaat Alabama.
Ich hoffe, dieser wird keine gröberen Schäden mehr verursachen und auf "open area" bleiben.

Ich werde mich wieder in Richtung Westen begeben, um mich für das nächste Sturmsystem in Position zu bringen.



Bis später,
Andreas!

Tag 10 - Live-Einstieg zur aktuellen Unwetter-Lage..

Tag 9 - The road to ..

Es war ein sehr langer anstrengender Tag, mit einer dicken, fetten null (0) am Ende!


Schon am Morgen kurz vor 10h machte ich mich von Elk City auf den Weg Richtung Little Rock in Arkansas.
Das erste was mir an diesem Tag sehr negativ auffiel, waren die Straßenverhältnisse.
Der lange strenge Winter hat die hier ohne hin schon sehr alten & kaputten Straßen restlos zerstört.
Auf der Interstate Richtung Osten zogen sich tiefe Risse & Spalten der Länge nach über den Beton.
Man kann sich das gar nicht vorstellen, wenn man es nicht selber erlebt hat.
Gefolgt von Schlaglöchern die Faust Groß sind.
Meine Notebook Halterung wurde dreimal ausgehebelt & ich konnte einen Notebook Chrash immer nur knapp verhindern, indem ich mit einer Hand schnell das fliegende Teil gegriffen habe.
4,6kg mit einer Hand zu halten, während der Fahrt, ist nicht gerade leicht.


Ungefähr auf halben Wege dann eine Interstate Sperre, keine Ahnung warum, aber ich nehme mal an ein Unfall oder ähnliches.
Nun wurde der gesamte Verkehr über eine noch schlechtere Seitenstraße 20km umgeleitet, bis zu nächsten Auffahrt der Interstate.
Dies ging natürlich nicht ohne Stau ab.....


Als ich dann etwa um 13:30 kurz vor Fort Smith war, machte ich mir so meine Gedanken über die mögliche weitere Wetter Entwicklung.
Irgendwie passte alles nicht so richtig, obwohl die Temperaturen & Taupunkte sehr schnell, stark zugelegt hatten.
So stellte sich die Situation heute am Radar für mich dar.





Die roten Linien auf der Grafik gränzt das Gebiet der Tornado Wahrscheinlichkeit ein.
Von außen nach innen 2, 5, 10, 15%.
Der gestrichelte Teil um Little Rock soll das Potential in diesem Gebiet noch mal unterstreichen.
Trotz aller dieser Prognose eines Outbreaks blieb alles (außer halt viel Regen & Gewitter mit Hagel) ruhig
Ich versuchte dann noch an einer Line dran zu bleiben, aber die schwächelte nach und nach immer mehr.


Gegen 15:00 wurde dann langsam klar, dass es da eventuell noch eine neue Line Bildung unten in SO Texas geben könnte.
Doch da mein Straßennetz nach Süden nur kleine Bundesstraßen bereit hielt, hätte die Fahrzeit fast 4 Stunden gedauert.
Da wäre ich dann genau mit Einbruch der Dunkelheit angekommen.
Also schied diese Möglichkeit auch aus.
Ich fuhr dann noch eine Zeit lang mit der schwächelnden Line mit, bis ich gegen 18:15 entschloss, das Chasing für heute abzubrechen.
Bin dann wieder ein Stück Richtung Westen gefahren, um ein halbwegs billiges Motel zu finden.
Aktuell sitze ich in Sallisaw, das ist knapp vor der Grenze zu Arkanses, aber noch in Oklahoma!


Vielen anderen Chasern erging es nicht besser, diese entschieden sich für Nebraska, direkt an die Rotation der Kaltfront heran zu fahren.
Da sie vermutet hatten, das sich dort eine aufgleit Line bilden könnte.
Dies tat sie auch, nur außer Regen mit eingelagerten Gewittern blieb es auch dort ruhig.


Klar, vereinzelt gab es in den Zellen, von denen ja viele unterwegs waren heute, die eine oder andere Tornado Meldung.....
Meistens jedoch Rain rapped Tornados, also im Regen eingebettet & fast nicht sichtbare.


Noch mal zurück zu der Line im Süden.
Diese entwickelte sich erst richtig, kurz vor Sunset & kurz danach gab es dort auch die eine oder andere Tornado Warnung.
Ob es dort dann auch wirklich einen gegeben hat, werden wir dann morgen auf der SPC Seite sehen.
Aber auch wenn, es wäre dunkel gewesen!


Ok, viel Text diesmal & nichts dahinter.....*g*
Ein alter Chaser Spruch lautet ja: Morgen ist immer der bessere Chasing Tag!
Somit erhoffe ich mir das für mich auch.


Eigentlich bin ich ganz froh, das dieses Outbreak bis jetzt ausgeblieben ist, denn es hätte sicher wieder Menschenleben gekostet & das will ja schließlich keiner von uns!
Und das Sprichwort "Angesagte Katastrophen finden nicht statt" hat sich auch heute wieder mal bestätigt....*smile*
Aber ehrlich gesagt, habe ich auch daran geglaubt.
Es passten einfach alle Parameter für so einen Outbreak.
Wer weis, vielleicht passiert ja noch etwas, es ist hier sehr schwül geworden durch den SSW Wind, der direkt die feuchte warme Luft vom Golf herauf schaufelt.


Das ist eben Wetter & wird es auch immer bleiben!


Hey, und alle die bis hier her sich durchgelesen haben gratuliere ich, Ihr seit ja echt an der Tour interessiert, Danke!


Liebe Grüße
Andreas

Heute Tornado-Outbreak möglich

Die Zeichen stehen auf... Tornado!

Heute ist das erste gröbere Tornado-Outbrak möglich.
NWS, der National Weather Service warnt vor dem ersten "major tornado outbreak" der Saison mit verbreitet Tornados, größeren Tornados >EF2 und "very large hail".
Very large ist für unsere Begriffe unvorstellbar, damit sind bis zu 10cm Durchmesser gemeint!

Hier der Warntext im Orginal:
    ...ARKLATEX TO MID-SOUTH/LOWER MS RIVER VALLEY THIS AFTERNOON AND
EVENING...
WATER VAPOR LOOPS SHOW A LARGE UPPER TROUGH/BASAL UPPER JET STREAK
ACROSS THE SOUTHERN ROCKIES/NORTHERN MEXICO...WITH SEVERAL LOW
AMPLITUDE DISTURBANCES AIDING STRONG/SEVERE TSTM DEVELOPMENT ACROSS
THE ARKLATEX TO LOWER MS RIVER VALLEY THIS AFTERNOON. SUCH
DEVELOPMENT SHOULD CONTINUE TO INCREASE/EXPAND EAST-NORTHEASTWARD
THROUGH THE AFTERNOON...WITH AN INCREASINGLY MOIST BOUNDARY LAYER
AND AMPLE DEEP LAYER/LOW LEVEL SHEAR WELL-SUPPORTIVE OF SUPERCELLS
CAPABLE OF TORNADOES...A FEW OF WHICH COULD BE STRONG.
Gründe:
- viel feuchte Luft aus dem Süden,
- sehr starke Windscherung,
- viel Sonne = Energie,
- Höhentief aktiviert die aufgeheizte Luft,
und eine Kaltfront überholt eine dryline (Dryline: http://en.wikipedia.org/wiki/Dry_line)

Die Scherung in der Kurzfrist-Prognose sind IRRE!
Werte von bis zu 400 m²/s² sind eigentlich Tornado-Garantie....
...leider wirds da auch einige "killer-Tornados" geben, wie die Amis die Tornados nennen, die Menschenleben fordern.

Hoffen wir für Andreas, dass er einen erwischt.
Eines dürfen wir aber ob der Euphorie und der Erfolge der letzten Tage nicht vergessen:
SICHERHEIT geht vor!

In diesem Sinne freuen wir uns auf seinen Bericht morgen früh/Vormittag!


lg,
Matthias

Tag 8 ...und wieder ein Tornado!

22. April - ein sehr guter Chasing-Tag!


Um 12:00 war heute Abfahrt von Amarillo, Zielort Childress.
Nach halber Strecke wurde ich unsicher, ob ich da nicht schon zu weit fahren würde....
Vor allem auch die Tornado Watch, die es auch heute wieder gab, brachte mich zum Nachdenken.
Zu diesem Zeitpunkt sah es am Radar so aus:

Also wartete ich an Ort und Stelle, bis sich gegen 16:15 eine Zelle nordwestlich von mir bildete.
Da sich sonst nichts ergab, machte ich mich auf den Weg.
Schlussendlich war es die richtige Entscheidung!

Etwa 100 km östlich von Amarillo in der Nähe von Jericho auf der Interstate 40 kam es dann immer wieder zu Rotationen, Funnels & schließlich sah ich auch zwei kurzlebige Tornados.

Auch einen Blitz am Rande einer Superzelle konnte ich einfangen.



Gegen 18:30 hatte sich dann eine Gewitterline entwickelt, die mit einer Geschwindigkeit von 65 - 70km/h Richtung NNO zog.


Ab diesem Zeitpunkt war für mich das Chasing beendet, da ich von der Line nicht auf offener Strecke überlaufen werden wollte.

Wie so etwas enden kann, sah ich schon eine Stunde vorher, als ein Chaser Auto ohne Heckscheibe plötzlich vor mir stand.
Drinnen sah man zwei kreidebleiche Chaser, die es wohl übertrieben hatten.
Mit diesen Stürmen hier ist absolut nicht zu spaßen, sie sind sehr gefährlich, mit all ihren Wettererscheinungen die sie mit sich führen!

Erst im Motel in Elk City, nach Einbruch der Dunkelheit, ließ ich mich dann überrollen.
Es war ein interessanter Chasing Tag wie ich finde und es bleibt zu hoffen, das ich auch morgen, nach dem angekündigten Tornado Outbreak, ebenso gut am Abend wieder in einem Motel ankomme.


Chasing-Video:




Wenn alles gut geht, hören wir uns also morgen hier wieder...

Gute Nacht & liebe Grüße
Andreas

„Nowcasting“ für 22. April

Es wird spannend!

Wie befürchtet, bahnt sich nun eine gröbere Unwetterwelle in den USA an.
In den letzten Stunden wurde die Gefährdung sukzessive nach oben korrigiert, erstmals im Jahr 2010 gibt es ein „moderate Risk“, welches rot markiert ist!



Andreas ist im Gebiet von Childress, das ist in etwa im unteren Drittel des blau-strichlierten Gefährdungsgebietes.
Strichliert bedeutet in dem Fall:
„Hatched Area: 10% or greater probability of EF2 - EF5 tornadoes within 25 miles of a point.” Auf deutsch:
Es können auch größere Tornados mit dabei sein.
Dazu kommt ein sehr hohes Risiko von Großhagel.
„Großhagel“ heißt in den USA Grapefruit-Größe bis über 10 cm (!!!)

Es gab schon zu Mittag erste Tornados in Colorado, die so genannten „Mittagszellen“, die den Abend nicht erleben.
Gefährlich werden dann jene Unwetterzellen, die in der schwül-wamen, überhitzten Luft gegen Abend, ab 17:00 entstehen.
Und genau auf diese wartet Andreas im Gebiet um Childress... und auf das "Auslösen" der hohen CAPE- und Scherungswerte.

Aber wie heißt es so schön - warten wir mal, was das Wetter macht - Andreas ist bereit, das Wetter auch?

Gute Jagd von meiner Stelle an Andreas,
Lg Matthias

Tag 7 - Es will nicht richtig..

Selbe Zeit, neuer Tag.....

Wieder gegen 17h legte der Wettergott den Hebel auf Gewitter um.
Die magische Zeit hier! 2 Stunden davor, wurde eine Tornado Watch für dieses Gebiet rund um Amarillo ausgegeben.Naja, wahrscheinlich nur deshalb, da man ja gestern gar keine Vorwarnung hatte!

 




Mein Weg führte mich heute 80km nach Westen. Dort entwickelten sich einige Zellen, wobei am Schluss nur eine über blieb.Der gestrige Tag war für viele Chaser hier ein Wake up call, diesmal war ich nicht ganz so alleine unterwegs.

Allerdings warteten die meisten Chaser südlich von Amarillo auf das auslösen! Was ja eigentlich auch stimmte, nur die Zellen hatten rasch die Interstate 40 erreicht, auf Ihrem Weg nach ONO mit 28km/h. Da ich ja ohne hin im Motel gewartet hatte, nahm ich gleich direkt den Weg nach Westen.

Kurz nach 18h hatte ich die Zelle erreicht & auch die anderen Chaser waren schon vor Ort. Gerade um diese Zeit, gab es eine kleine Rotation, die aber nicht lange anhielt.



Rasch zog die Zelle auf Ihrem Weg nach ONO weiter.

Irgendwie fehlte heute die Energie, es kam nicht zu einer richtigen Entwicklung, nur Ansätze einer Superzelle waren zu sehen.



Ich verfolgte diese Zelle dann noch ein Stück, aber merkte bald, dass Ihr ebenfalls die Luft ausgeht, so wie schon den anderen zuvor.Dennoch war diese Zelle heute, in meinem Gebiet, die Beste! Ab morgen wird es dann sehr spannend, aber auch nicht ungefählich, denn in den nächsten Tagen kommen hier einige Zutaten äußerst negativ zusammen, welche einen Severe Weather Outbreak verursachen könnten.

Vor allem der Freitag scheint extrem gefährlich zu werden, eventuell sogar mit Long Life Tornados. Die Prognosen sagen zumindest nichts Gutes voraus! Ich hoffe sehr, dass es bei dem Ausspruch bleibt, das angesagte Katastrophen nie statt finden....
Wir werden sehen!

Bis morgen
Andreas
Kurzfrist-Forecast für 21. April

Andreas ist/bleibt in Amarillo.
In dem Umkreis sollte wieder etwas los sein - Warum?
Ein kurzer Erklärungsversuch:

Es hat sich nicht viel in den Karten für den heutigen Tag geändert – außer dass die Situation ein wenig „würziger“ geworden ist.

Die CAPE-Werte haben sich enorm gesteigert, da südwestlich von Amarillo bereits über 30°C erreicht werden - hingegennur knapp 20°C in Amarillo - unter dem Hochnebel.



Helicity in 1km, also die Scherung hat ebenfalls stark zugenommen – die war vorher gar NET drinnen. Marginal, ja – aber SO stark nicht.
Scherung in 3km, eher ein Hagelindikator, ist nicht so stark.


Dafür sind die Windgeschwindigkeiten in mittleren und oberen Schichten zu schwach.


Alles in allem hat SPC ein 5%iges Tornadorisiko ausgegeben.Wenn man bedenkt, dass gestern GAR kein Risiko bestanden hat... mal sehen!


Mal sehen, was sich tut - bis morgen dann!
Lg, Matthias

Tag 6 - erstes Chasing, erster Tornado!

20. April 2010

Der Tag begann bei mir heute um 7:30h mit einem Interview via Skype für Life Radio OÖ.
Bis um 17:00 war dann alles ruhig, ich habe mal meine Wäsche, wohl gemerkt per Hand, im Waschbecken gewaschen. Weiters ein wenig Buchhaltung betrieben usw.....

Das Motel habe ich auch um 12:00 gewechselt, jetzt habe ich endlich mal Mikrowelle & Kühlschrank!


Um 17h dann das am Radar! Sofort war ich im Auto, denn Zellen die sich um diese Zeit bilden, haben meistens eine bessere Überlebensdauer, als jene die sich bereits zu Mittag bzw. am frühen Nachmittag bilden. Grund ist einfach, längere Tageserwärmung bedeutet einfach mehr Energie in der Atmosphäre.
Hier kam heute noch dazu, das es am Nachmittag plötzlich aufgerissen hat & somit die Temperaturen schnell auf 20°C hinauf geschossen sind. Klingt nicht viel, doch am Morgen hatten wir noch bedeckten Himmel bei 6°C.


Nach einer halben Stunde Fahrt Richtung Norden aus der Stadt raus, hatte ich die Zelle bald auf Sichtweite. Zuerst dachte ich ein kleines Gewitter, doch es sollte anders kommen. Die Zelle verlagerte sich sehr langsam Richtung Süden.

Nach ein paar Bilder, entschloss ich mich wieder zur Autobahn nach Amarillo zurück zu fahren, um Ihr dann Richtung Westen entgegen zu fahren.
Auf meinem Weg, bildete sich plötzlich ein Hook Echo aus. Kann man am Radar sehr gut erkennen.
Und das obwohl für heute nicht mehr, als eben ein paar harmlose Gewitter zu erwarten waren..... Etwa 10km westlich der Stadt suchte ich nach einem guten Beobachtungspunkt & gleichzeitig war mir auch wichtig eine Tankstelle in der Nähe zu wissen, falls es doch größeren Hagel geben würde.

Beides hatte ich relativ nah bei einander gefunden.
Nun richtete ich meine Kamera auf das Schauspiel vor mir.
Nicht unerwartet kam dann die Rotationswarnung auf meinem Radar. Im Bild ausgeprägte Wallcloud.
Nachdem dann der Niederschlag stärker wurde, zog ich mich Sicherheitshalber zur Tankstelle zurück, zumal man auch das grün in dieser Superzelle gut erkennen konnte.


Für alle die es nicht wissen sollten, eine grün Färbung der Wolken ist ein Zeichen für großen Hagel.....
Also schnell zur Tankstelle! Ja & fast hätte der Niederschlagsvorhang das, was nun passierte im Regen Vorhang versteckt. Zufällig blickte ich zwischen den dort stehenden LKW's nach Westen und da war er......

Ein völlig auskondensierter Rain-wrapped - Tornado on the Ground....

Tja, so einfach kann es doch manchmal sein.
Er hatte seinen Touch Down in Bushland für genau 1min15sec. kurz nach 19:00, dann war er wieder verschwunden, als ob nichts gewesen wäre.


Und ich war, wie Chaser hier so gerne sagen, zur richtigen Zeit, am falschen Ort!
Ganz logisch finde ich diesen Satz zwar nicht, aber kann man Chasern wirklich mit Logik kommen? Bushland liegt übrigens 20min westlich von Amarillo.



Bis morgen dann
Andreas


Nachtrag Superzelle mit Tornado von Tag 6...

Habe dazu eine Studie (Zeitraffer) hergestellt...



lg,
Matthias

Forecast für den 21. April

Langsam wird’s...
...endlich kommt Bewegung in die Wetterküche!

Eines vorweg:
Ich bin kein Meteorologe... mach das nur als Hobby.

Das Schneetief, das in Japan für den stärksten Spät-Wintereinbruch seit 40 Jahren gesorgt hat, wird am 20. April an der Westküste „landen“. Ein Tief aus dem Westen und ein (leider schwaches) Hoch im östlichen Teil der USA lassen zumeist feucht-warme Luftmassen aus dem Golf Richtung Norden fließen.

Perfekt ist das Setup bei weitem nicht,
aber erste Ausläufer wird’s wohl ab 21. April geben.
CAPE ist mittelprächtig bei max. 2.300 J/kg, Labilität mit max. -5 Lifted Index für US-Verhältnisse auch net so „hurra“ (siehe Grafik).
Es sollte aber dennoch für das eine oder andere Donnerwetter reichen – wahrscheinlich auch für Hagel.


Die Location vom Andreas mit Amarillo ist perfekt, er kann sich dann am 21. noch während des Tages perfekt mit der ersten „Welle“ an fecht-schwüler Luft mitbewegen. Ich schätze mal, dass es dann irgendwo zwischen Amarillo und Childress krachen wird.

Ich nehme in dem Falle gerne die thetaE - Werte heran, welches "Potential" mal zur Verfügung stehen WÜRDE....
--> würde, weil man ja nie weiß, wo es dann wirklich zündet...
oder deckelt...
oder wos a immer.

Endlich mal auch „sommerliche“ Temperaturen in dem Gebiet, um die 75 bis 80°F, entspricht etwa 26 bis 28°C, wobei das für die Gegend eher Frühling ist.

Wind:
Am Boden Süd bis Süd-Ost, in der 850er drehend auf SüdWest – und schließlich auf West im Jet. Alles noch nicht so stark für gröbere Superzellen, aber ein ANFANG.


Auf der 300hPa-Windkarte sieht man aber schon recht gut, wie das giftige Tief aus dem Westen über die Rockies kommt und einiges an „Dampf“ in der Höhe mitnimmt.


Eines ist klar:
...nach dem 21. April geht’s das erste Mal gröber in den USA los.
El Nino macht wie erwartet eine verspäteten Start der Tornado-Saison – schwacher Beginn, aber starke Fortsetzung?

Wir werden sehen – bis bald,
Lg, die „Bodenstation“ in Österreich,
Matthias